DIY-Drumset - Teil 2
Instrumentenbau

DIY-Drumset – Teil 2

Wie bereits im ersten Teil erzählt, durfte nach siebzehn Jahren mein TAMA einem neuen, selbst konstruierten Drumset weichen. Und nachdem ich recht erfolgreich eine Snaredrum gebaut habe, ging es los, das Set um Bassdrum und Tomtoms zu erweitern.

Welche Konfiguration?

Doch welche Kesselgrößen, welches Holz und letztendlich welche Felle werden zukünftig mein Schlagzeug definieren? Sogar die Anzahl der Holzlagen der Kessel und die Gratung spielen eine klangliche Rolle.

DIY-Drumset - Teil 2

Nach jahrelangen Überlegungen und etlichen Hörtests, habe ich für eine Standard-, Allroundlösung entschieden. Die Toms in 10″, 12″ und 14″, mit einer Tiefe von jeweils 8″, 9″ und 11″. Die Bassdrum wurde mit 20″ mal 16″ recht durchschnittlich dimensioniert. Die siebenlagigen Kessel aus deutschem Buchenholz wurden auch diesmal bei St-Drums bestellt. Als ich mich dann auch für die passende Hardware entschieden hatte und die Bestellung geliefert wurde, ging es auch schon mit der Arbeit los.

Drumset nach eigener Vorstellung

Um dem gewünschten Ziel, dunkelgrün mit deutlicher Holzstruktur, noch näher zu kommen habe ich mich beim einfärben über eine spezielle Technik gewagt: Beizen. Dafür muss das Holz feucht gemacht und nach dem austrocknen scharf abgeschliffen werden, sodass keine Spreißeln abstehen. Geht spreißelfrei bei Kesseln überhaupt? Naja so halb. Dann rührt man ein Beizpulver in warmen Wasser an. Nachdem dieses dann ausgekühlt ist, kann es auch schon losgehen.

DIY-Drumset - Teil 2

Jetzt muss man nur noch die Kessel schnell mit der Beize einpinseln, eine Minute warten und mit einem Tuch abreiben. Ganz einfach.

Etwas nervös geworden von dieser Anleitung, habe ich mit eine Konstruktion mit vier Rollen gebaut, um möglich schnell und gleichmäßig beizen zu können. Damit hat es dann auch überraschend gut funktioniert. Nur habe ich vor lauter Hektik nicht auf eine gleichmäßige Einwirkzeit geachtet. Während das zweite Tom und die Bassdrum fast den gleichen Farbton bekamen, wurden das erste Tom etwas zu dunkel und das Dritte etwas zu hell. Aber was wäre ein persönliches Drumset ohne solche Details 😉

Nach dem Beizen ist es wichtig, die Kessel mit einem Lack zu schützen. Ich habe mich hier für einen transparenten Mattlack entschieden.

Becken und Hardware

Zu einem neuen Schlagzeug gehören natürlich auch Becken. Dabei hat es mir die Masters Serie von Paiste angetan. Nicht zu laut und nicht zu clean – eben schön Jazzig ;-). Sollte das Set nicht ein Allround-Set werden? Egal! Hier eine Rohaufnahme:

Nun hängen die Toms und die Becken leider nicht in der Luft. Sie hätten sich gerne wo festgehalten. Sind die mühsam…

Eine Frage, mit der ich mich doch recht lange beschäftigt habe. Was ist sinnvoller: Einzelne Ständer oder ein Racksystem? Bei den einzelnen Ständern ist es doch immer etwas mühsam, sie gut aneinander zustellen, vor allem, wenn man mehrere hat. Und dann ist mein Standtom auch ein Hängetom und müsste auch einen Eigenen oder an einen Beckenständer montiert werden. Das macht es nicht gerade stabil. Ein Racksystem wäre da viel sicherer und man hat wenige „Füße“, die einem im Weg stehen könnten. Dafür lässt ein Racksystem das Set wieder groß und fett wirken…

DIY-Drumset - Teil 2

Letztendlich habe ich mich für das Stealth Rack von Gibraltar entschieden – ein Racksystem für Leute, die keines mögen. Ein Hihatständer und Beckenhalter von Tama und Fußmaschine und Hocker von Lotus (Hersteller aus Hamburg) vervollständigen die Hardware.

Felle

Der Snaredrum spendierte ich ein einlagiges Renaissance Powerstroke Fell von Remo wären die Tom die Evans EC2S Felle erhielten. Auf die Bassdrum spannte ich das Evans EMAD2 mit wechselbarem Dämpfungsring. Sehr zu empfehlen! Und um dem Set die letzte persönliche Note hinzuzufügen, bestellte ich bei DrumCandy ein bedrucktes Resonanzfell mit eigenem Design.

Fazit

DIY-Drumset - Teil 2

Also billig ist so ein Vorhaben nicht. Wenn man alles zusammenzählt sind Lack, Beize und Pinsel das geringste Übel. Über viertausend Euro kann man schon Kalkulieren, wenn man je etwas mehr als Einen für Becken und Hardware rechnet. Dafür bekommt man ein Set welches zumindest optisch den eigenen Wünschen entspricht. Klanglich kann nicht wirklich viel schief gehen – Je mehr man über die klanglichen Unterschiede verschiedener Holzarten und Felle bescheid weiß, desto mehr kann man es seinen Vorstellungen anpassen. Ich bin mit meinem Ergebnis mehr als zufrieden. Es macht richtig Spaß auf seinem eigenen Schlagzeug zu spielen.

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