DIY-Drumset - Teil 1
Instrumentenbau

DIY-Drumset – Teil 1

Ein „DIY-Drumset“ ist doch schnell gebaut, oder? Ein paar Kessel, Hardware, Felle, Lack und Farbe gekauft, fertig! Naja fast halt.

Mal was neues

Nach 17 Jahren Schlagzeugkarriere auf meinem TAMA Swingstar von 2001, dachte ich mir, es darf doch mal was neues sein. Aber welches? Wieder ein TAMA? Oder doch eher ein jazzorientiertes Gretsch, oder ein Allrounder wie Yamaha, Sonor oder Pearl? Aber wenn man sich etwas mehr mit dem Instrument auseinandersetzt, dann kauft man eigentlich kein Drumset von der Stange.

Man kann sich doch ein Auto konfigurieren, geht das nicht beim Schlagzeug auch? Tatsächlich kann man sich beim italienischen Hersteller ‚Rebel‘ online ein Drumset konfigurieren. Neben den Kesselformaten und Farben (matt/glänzend/sparkling), ist es sogar möglich, verschiedene Holzartenkombinationen zu wählen. Die Qualität soll sehr gut sein, preislich bewegt man sich ab 150€ pro Kessel. Auch in der Schweiz gib es einen Schlagzeugbauer, welcher ein Drumset nach den Wünschen des Kunden baut.

DIY-Drumset

Doch eigentlich kann man mit ein bisschen Geschick sich ein Drumset, nach eigenen Vorstellungen, selber bauen. Holz, Farbe, Hardware, Kesselformat, alles selber aussuchen, so wie man sich das halt vorstellt. Genauerstens überlegt und total durchgeplant – mit viel Intuition…

Kesselbearbeitung

DIY-Drumset - Teil 1

Um das eigene Geschick auf die Probe zu stellen, habe ich erst einmal eine Snaredrum gebaut. Sie sollte aus Ahorn sein, zehnlagig, 14″ mal 6,5″ groß sein und dunkelgrün mit durchschauender Holzstruktur. Kessel, Hardware und eine Schablone für die Aufteilung der Hardware am Kessel habe ich online bei StDrums bestellt. Schlag- und Resonanzfell bei Thomann und Lasur, Schleifpapier, Pinsel und weiteres Holzbearbeitungszubehör im Baumarkt nebenan.

DIY-Drumset - Teil 1

Um eine schöne Bohrung zu bekommen, habe ich die betreffenden Stellen mit Malerabdeckband abgeklebt. Mit Hilfe von Schablone und Geodreieck habe ich dann die Lochpositionen der Spannböckchen, Snarestrainer (Snareteppichspanner) und Luftloch markiert. Anschließend habe ich mit dem Akkubohrer frei Hand (man hält ja eh gerade) die Löcher mit ∅5mm und ∅12mm gebohrt.

Nach doch tatsächlich einigermaßen erfolgreichen Bohrung, ging es dann ans einfärben. Um nachher noch die Holzstruktur erkennen zu können, entschied ich mich, des Kessel zu lasieren. Beizen habe ich mich da noch nicht getraut. Davor aber Grob und Fein anschleifen, dazwischen und zum Schluss feucht abwischen. Um die Lasur etwas zu schützen, hab ich sie nochmal fein angeschliffen und matt transparent lackiert. Notwendig? Keine Ahnung.

Hardwaremontage

DIY-Drumset - Teil 1

Endlich geht’s los und die Hardware darf angebracht werden. Muss ich erwähnen, dass eine Ständerbohrmaschine vielleicht doch besser gewesen wäre? Jedenfalls war nach etwas Kraft und vorsichtigem nachbohren auch der letzte Spannbock moniert. Den Strainer und sein Gegenstück, habe ich mit einem 3mm Filz vom Kessel ‚isoliert‘. Wie groß der klangliche Unterschied ist, weiß ich nicht. Ich dachte mir, bei einer Holzsnare braucht man sowas.

DIY-Drumset - Teil 1

Zu guter Letzt, wurden Felle und Snareteppich eingespannt. Damit der Teppich besser am Resonanzfell anliegt, habe ich bei der Bestellung um eine ‚Snarebed‘-Fräsung gebeten. Da wird für einen kleinen Aufpreis im Bereich vom Strainer und gegenüber die Kante um 2mm zurück gefräst. Auch kann ich mir derweil nur vorstellen, dass sich Klanglich etwas verändert.

Jedenfalls habe ich hier mein erstes Instrument selber gebaut. Und das gar nicht so unerfolgreich. Ich hab die Felle sehr stark gespannt, um einen sehr hohen Klang zu bekommen. Dank einer Kesseltiefe von 6,5 Zoll, hat die Snare aber auch ein großes Volumen. Sie kann also zart und leise im Hintergrund, aber auch fett und kräftig durchdringen.

Natürlich gehören zu einer selbstgebauten Snaredrum auch Tomtoms und Bassdrum. Wie ich diese ‚gebaut‘ habe, wie das fertige Drumset ausschaut und wie es klingt, erfahrt ihr demnächst im zweiten Teil.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.