Das Bändchenmikrofon
Tontechnik

Das Bändchenmikrofon

Das wohl empfindlichste Mikrofon zeichnet sich durch seinen natürlichen, warmen Klang. Mit dem Aufkommen der Digitaltechnik erlebt es ein kleines „Come Back“.

Geschichte

Das Bändchenmikrofon wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts von einem Herrn Werner von Siemens entwickelt, welcher auch schon das Tauchspulenmikrofon entwickelt hat. Da es aber noch keine Verstärkungsmöglichkeit gab, wurde es nochmals beiseite gelegt.

Richtig bekannt und erfolgreich wurde das Bändchenmikrofon erst ab ca. 1930, als es Henry Olsen auf einem Bändchenlautsprecher basierend entwickelte, welcher von Ervin Gerlach ein paar Jahre zuvor entwickelt wurde. Von da an wurde das Mikrofon fast überall eingesetzt. Bis in die 60er Jahr wurde bei Film, Radio und Fernsehen das Bändchenmikrofon eingesetzt. Auch die meisten Stars wie Elvis Presley, Judy Garland oder Bing Crosby setzten auf den „Prä-Beatles-Ära“-Sound.

Ab 1960 wurde das Mikrofon immer mehr von den Kondensatormikrofonen vom Markt verdrängt. Erst mit dem Aufkommen der Digitalen Aufnahme, fand das Bändchenmikrofon zurück auf den Markt um dem kalten, „digitalen“ Klang entgegen zu wirken.

Das Mikrofon

Zwischen zwei Permanentmagneten befindet sich ein hauchdünnes, gefaltetes Aluminiumbändchen, welches sowohl als Membran auch als Spule fungiert. Wird das Bändchen in Schwingung versetzt, wir im Bändchen Spannung induziert, welche unser Audiosignal darstellt.

Die Vorteile dieses Mikrofons sind also die geringe Masse, so auch geringe Trägheit und deswegen ein gutes Impulsverhalten und ein gutes Frequenzband.

Die Nachteile sind eine geringe Ausgangsspannung mit der kein Preamp was anfangen kann und die Mechanische Empfindlichkeit (zu starke Luftbewegung, Erschütterung). Desweiteren zählt das Mikrofon zu den Dynamischen Mikrofonen. Im Gegensatz zum Tauchspulenmikrofon muss beim Bändchenmikrofon die Phantompower abgedreht werden. Das Bändchen hält dieser Spannung nicht stand und verdampft.

Der geringen Ausgangsspannung hilft bei Älteren ein Übertrager (Transformator, primer für Informationsübertragung statt Leistung/Energie), welcher das Audiosignal um das >30fache verstärkt. In modernen Bändchenmikrofonen findet man stattdessen eine Elektronik, welche ein deutlich stärkeres Signal gegenüber dem Grundrauschen ermöglicht und, in Abhängigkeit der Qualität der Elektronik, einen saubereren, besseren Klang. Desweiteren ist das Mikrofon nicht mehr ganz so empfindlich was die Phantompower angeht. Sollte man diese Irrtümlich aktiviert habe, kann man sich noch retten, indem man vor irgendwelchem stecken die Phantompower wieder abschaltet und 30 – 60 Sekunden wartet.

Lagern sollte man das Mikrofon so, dass sich das Bändchen in der Vertikalen befindet, da es sonst sich mit der Zeit durch die Schwerkraft ausleiert, was sich wiederum auf den Klang auswirkt.

Im Allgemeinen gelten Bändchenmikrofone als rund, warm, voll, weich klingende Allroundmikrofone. Ihre Höhen sind angenehmer als sie der Kondensatormikrofone und klingen detaillierter als Tauchspulenmikrofone.

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